Stadtschreiber on Tour

Auch wenn es mir gerade sehr schwer fällt, von Allenstein/Olsztyn Abschied zu nehmen, freue ich mich aber im Gegenzug sehr in den kommenden Wochen offiziell als Stadtschreiber auf Lesetour in Deutschland zu sein und vom Leben und der Geschichte der Hauptstadt des Ermlandes berichten zu können. Im November kann man mich an folgenden Terminen und Orten treffen:

5.11., 18 Uhr, Potsdam, Urania: Neues in und aus Ostpreußen
6.11., 18:30 Uhr, Lüneburg, Ostpreußisches Landesmuseum: Allensztyn. Eine Region auf der Suche nach ihrer Identität
7.11., 19 Uhr, Potsdam, Babelsberger Filmgymnasium: Filmpremiere Spurensuche in Allenstein
14.11., 18 Uhr, Gelsenkirchen, Städtisches Bildungszentrum
15.11., 19 Uhr, Berlin, buch|bund
16.11., 19 Uhr, Greifswald, Literaturzentrum Vorpommern

Allensztyn

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Meine Zeit in Allenstein/Olsztyn geht leider jetzt im September zu Ende. Dieser Text ist Teil eines längeren Essays über die Stadt, an dem ich gerade arbeite, und spiegelt ein wenig meine Erfahrungen und Gefühle der letzten Monate wieder.

Das war nie meine Stadt,
Ich bin hier nicht geboren oder aufgewachsen
Und auch nicht zur Schule gegangen und sie will nicht nicht
Lebendig oder tot
Aber sie hält mich in ihrem Bann
Mit ihrer schäbigen Eleganz
Mit ihrem sanften Regen
Und all ihren Geister, die hier umher gehen

Louis MacNeice, Dublin

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Sagenhaft – Ostpreußen mit dem Stadtschreiber

Ein kurzer Rundgang mit dem Stadtschreiber durch die Altstadt von Alleinstein/Olsztyn mit Axel Bulthaupt in Sagenhaft: Ostpreußen des MDR, ca. ab Minute 60. Ich darf sogar für uns Menschen mit mehreren Heimaten punkten ;). Ausgestrahlt wird die Sendung am Sonntag um 20:15 Uhr; in den Mediatheken von ARD und MDR ist sie noch ein Jahr, bis zum 22. September 2020 verfügbar.

Video in der ARD-Mediathek | Video in der MDR-Mediathek

Cilly & Franz: Heimat?

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Wie so viele andere Dinge war der Hof, auf dem Cilly und Franz geboren wurden, lange Zeit ein abstrakter Ort für mich. Ich hatte Fotos davon gesehen, von einem Bauernhof auf einer kleinen Anhöhe mit einem Haupthaus und zwei Scheunen und einigen Bäumen im Hof, Fotos von Hochzeiten vor den roten Backsteinscheunen, von meiner Großmutter, die mit Freunden und Familienmitgliedern an einem See saß . Mein Vater hat sogar eine Zeichnung angefertigt, die auf einem kleinen Foto basiert, und diese hing im Wohnzimmer meiner Großeltern an der Wand, solange ich mich erinnere.

Ich wusste ungefähr, wo der Hof gewesen war, oder vermutete es zumindest, basierend auf den Fotos und den alten Karten von Lengainen/Łęgajny. Aber in all den Jahren habe ich den genauen Ort nie gefunden.

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Zygmunt

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Ich habe Zygmunt am Sonntag getroffen. Ich machte einen Spaziergang durch den Regen und den beginnenden Herbst, von der Altstadt zu meinem Lieblingspark in Jakobsberg/Jakubowo. Von dort überquerte ich den alten deutschen evangelischen Friedhof zum katholischen Friedhof direkt dahinter, der noch viele deutsche und polnische Gräber aus der Zeit vor 1945 und danach enthält. Das Grab von Zygmunt, auf der linken Seite des Hauptwegs, stach für mich heraus. Sein dunkler Stein hatte die letzten Jahrzehnte fast makellos überstanden, und die Inschrift auf seinem Grabstein enthüllte etwas Entscheidendes. Dort stand:

Zygmunt Kruczkowski
*18.01.1879
+25.05.1949

REPATRIANT Z CZORTKOWA

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Marcel im Haus von Erich

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Morgen mag die Hölle los brechen, aber heute war ein guter Tag fürs Schreiben, und an solchen Tagen zählt nichts anderes.

Neil Gaiman

Allenstein/Olsztyn hat mir in diesem Sommer viele gute Tage zum Schreiben beschert, und deshalb möchte ich gerne einiges davon mit dem ein oder anderen geneigten Leser und Zuhörer teilen. Deswegen lese ich diesen Freitag, den 06.09.2019, zusammen mit meiner Übersetzerin Barbara Sapała im renommierten Mendelsohn-Haus des Architekten Erich Mendelsohn. Barbara und ich werden Texte aus dem Stadtschreiberblog, Auszüge aus meinen Büchern und einen ganz neuen Text über Allenstein/Olsztyn und das Ermland in Deutsch, Englisch und Polnisch lesen und mit Robert Lesinski von Radio Olsztyn über das Schreiben, meine Sicht auf die Stadt und die Erfahrungen des Stadtschreiberstipendiums sprechen. Jeder ist willkommen, der Eintritt ist frei. Die Lesung ist eine Kooperation der Stiftung Borussia, der Stadt Olsztyn und des Deutschen Kulturforums östliches Europa.

  • 15.30 Uhr: Begrüßung durch den Stadtpräsidenten von Allenstein/Olsztyn, Piotr Grzymowicz, und Kornelia Kurowska, Vorsitzende der Stiftung Borussia
  • 16.00 Uhr: Lesung Barbara Sapała und Marcel Krueger
  • 16.30 Uhr: Podiumsdiskussion mit Robert Lesinski, Barbara Sapała und Marcel Krueger und Fragerunde
  • 17.30 Uhr: Ende

Dom Mendelsohna
ul. Zyndrama z Maszkowic 2, 10-133 Olsztyn

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