Sagenhaft – Ostpreußen mit dem Stadtschreiber

Ein kurzer Rundgang mit dem Stadtschreiber durch die Altstadt von Alleinstein/Olsztyn mit Axel Bulthaupt in Sagenhaft: Ostpreußen des MDR, ca. ab Minute 60. Ich darf sogar für uns Menschen mit mehreren Heimaten punkten ;). Ausgestrahlt wird die Sendung am Sonntag um 20:15 Uhr; in den Mediatheken von ARD und MDR ist sie noch ein Jahr, bis zum 22. September 2020 verfügbar.

Video in der ARD-Mediathek | Video in der MDR-Mediathek

3 Gedanken zu „Sagenhaft – Ostpreußen mit dem Stadtschreiber“

  1. Am 11. Juli 1920 stimmten 16.740 Einwohner Allensteins für den Verbleib bei Deutschland, 340 für Polen (keine 2 Prozent). In Lengainen, dem Heimatort von Franz Nerowski, stimmten 380 für Deutschland und 20 für Polen. Ich sage das nur, um einmal die Relationen klarzustellen.
    Würden Sie auch, wenn es um Hamburg, Köln oder München ginge die jüdische Gemeinde als Beleg dafür anführen, dass diese Orte gar nicht „deutsch“ waren? Weil dort Juden lebten? Wohl kaum. War Erich Mendelsohn oder war Hugo Haase kein ganz normaler Deutscher? In Allenstein lebten deutsche Juden, genauso wie in Hamburg, Köln oder München.

    1. Vielen Dank für Ihren Kommentar. Um welche Relationen geht es Ihnen denn genau? Im Zensus von 1910 geben fast 60 Prozent der Bevölkerung des Landkreises Allenstein an, Polnisch zu sprechen und viele dieser Menschen haben sich nicht als „reine“ Deutsche oder Polen gesehen, sondern als Ermländer.

      Das Ergebnis des Volksentscheid 1920 ist sicherlich nicht nur mit einer patriotischen Grundstimmung sondern generell mit der Unsicherheit der Zeit zu erklären – die Grenzziehungen des Versailler Vertrages waren noch nicht abgeschlossen und die Rote Armee stand vor Warschau. Das sich hier viele nicht für einen neugegründeten Staat entschieden haben der anscheinend gerade von der Roten Armee überrollt wurde, liegt auf der Hand.

      Die Aussage zur jüdischen Gemeinde verstehe ich nicht – wo ist der Bezug zur polnischen Bevölkerung? Mein Kommentar im Film bezieht sich einfach und alleine darauf, das ein grosser Teil die Bevölkerung des Ermlandes sich vor 1933 nicht als rein deutsch, rein polnisch, rein tatarisch oder rein jüdisch betrachtet hat. Erich Mendelsohn besonders hat sich nach 1933 sicherlich nicht als Deutscher betrachtet – nach dem Krieg hat er Einladungen aus Deutschland konsequent abgelehnt, da er nicht mit „Kollegen zusammentreffen wolle, die die Vertreibung der Juden aus Deutschland und den Völkermord billigend in Kauf genommen hatten.“

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